Jurist erwartet keine verbreitete Covid-19-Impfpflicht von Airlines

Der Jurist Volker Römermann rechnet nicht damit, dass Airlines künftig im großen Stil auf einer Covid-19-Impfung von Passagieren bestehen.

»Eine solche Änderung der Geschäftsbedingungen wäre rechtlich angreifbar. Eine Impfung ist immerhin ein körperlicher Eingriff«, sagte Römermann, der an der juristischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität lehrt, dem SPIEGEL.

Kunden könnten hinterfragen, ob die Impfpflicht angemessen sei. Schließlich könnten Airlines auch anders für Schutz sorgen, etwa durch mehr Abstand in der Kabine. Aus Spargründen eine Impfpflicht für Passagiere einzuführen, sei schwierig. Die Fluggesellschaft müsse belegen können, »dass sich der erwartete Nutzen nicht anders erreichen lässt«. Sonst wären die Geschäftsbedingungen womöglich unwirksam. Doch auch die Fluglinie könne argumentieren, dass sie ein Recht habe, eine Impfung zu verlangen, um mehr Menschen zum Reisen zu bewegen. »Das müssten Gerichte abwägen«, so Römermann.

Der Jurist rechnet eher damit, »dass manche Länder eine Impfpflicht in ihre Einreisebestimmungen aufnehmen, ähnlich wie bei Gelbfieber«. Zuletzt wurde bekannt, dass die australische Fluggesellschaft Qantas zukünftig nur noch gegen Covid-19 geimpften Passagieren erlauben will, mitzufliegen.

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