Klimawandel: Bill Gates wirbt für Kernenergie

DÜSSELDORF. US-Investor Bill Gates wirbt für eine Renaissance der Kernkraft im Kampf gegen den Klimawandel. Zugleich lässt er Kritik an der deutschen Energiewende erkennen.

Atomreaktoren abzuschalten „macht es schwerer, Versorgungssicherheit und günstige Preise zu gewährleisten”, sagte Gates im Interview mit dem Handelsblatt. „Wir dürfen keine Lösung ausschließen, solange wir die Kosten und die Sicherheit genau geprüft haben.” Für Gates steht fest: „Der Strombedarf wird dramatisch steigen, weil wir nicht nur unsere Autos damit antreiben, sondern auch Häuser damit beheizen und viele Fabriken darauf umstellen müssen.”

Den Bau von Gaskraftwerken, ein zentrales Element der deutschen Klimastrategie, sieht Gates dagegen kritisch: „Erdgas ist keine echte Brückentechnologie”, argumentierte der Philanthrop kurz vor der Weltklimakonferenz in Glasgow. „Kredite für neue Kraftwerke laufen 30 oder 40 Jahre, während Deutschland die Verpflichtung eingegangen ist, bis 2045 klimaneutral zu werden.” Um dieses Ziel zu erreichen, könnte der Lebenszyklus eines neuen Kraftwerks unnatürlich kurz sein, mahnte Gates.

Angesichts der hohen Energiepreise warnte der Microsoft-Gründer vor einer neuen „Gelbwesten”-Bewegung: „Wir wissen nicht, wie weit die Bereitschaft geht, Opfer für den Klimaschutz zu erbringen.” Als Ausweg aus der Klimakrise sieht er Innovationen. Mit seiner Investitionsgesellschaft Breakthrough Energy fördert der 66-Jährige weltweit vielversprechende Forschungsansätze und Greentech-Firmen – gerade auch im Nuklearbereich. Ein Fokus der neuen deutschen Regierung sollte angesichts der zahlreichen Arbeitsplätze und der hohen Fachkompetenz auf Elektroautos liegen. Mögliche Subventionen für das Tesla-Werk in Grünheide lehnt Gates nicht grundsätzlich ab, bezeichnet sie aber als „Krücke”. Subventionen seien „schwierig” und würden langfristig nicht funktionieren.

Ein Kommentar

  1. Weltweit, auch in Indien und in der Volksrepublik China, sind Kernkraftwerke auf dem Rückzug, auch Mitarbeiter in Forschung und Betrieb. Deshalb trommelt unser „Philantroph“. Auch Macron betreibt reinen Wahlkampf mit Potemkinschen Dörfern.

    Die 45-Prozent-Regel ist der ultimative Joker, mit dem die AfD alle Stromversorgungsargumente der Altparteien entkräften kann. Warum unterlässt sie es? Näheres im verlinkten Artikel und weiter unten.

    Seit Jahren schon entlarve ich die Blackout-Propaganda als heiße Luft! Warum? Strom ist das wichtigste Machtinstrument, um die Massen zu gängeln und auszubeuten! Man wird es also, koste es, was es wolle, zu erhalten suchen. Lieber wird ein Industriebetrieb abgeschaltet als ein Rechenzentrum und private Haushalte nur im allergrößten Notfall.

    Theoretisch schicken Sonne und Wind keine Rechnung. Praktisch ist der Strompreis doppelt so hoch. Es begann 1990. Seit 2009 geht der Stromverbraucherschutz NAEB dagegen an und ich seit 2006, doch 99,999 Prozent denken anders als wir, vor allem Steuerzahler und Wähler.

    Windstrom und Solarstrom zwecks Einspeisung sind grober Unfug. Beide taugen allein für Insellösungen, wo kein Stromnetz existiert. Ideal wäre „freie Energie“, doch die Erfindungen von Nikola Tesla hat das FBI in einer Schublade verstaut. Laufende Einnahmen sind das größere Geschäft. Allein darum geht es.

    Wie weit ist das Land seit 1990 gekommen? Der Strompreis ist doppelt so hoch und aufgrund dessen wandern Industriebetriebe seit 2000 ab – parallel zur Einführung des „Erneuerbare Energien Gesetzes“. Das Wechselstromnetz ist instabil geworden, weil die landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzflächen mit Solarpanelen und Windrädern verschandelt werden, deren Stromertrag aufs Jahr gesehen 10 bis 20 Prozent der installierten Leistung beträgt.

    Die Zwangseinspeisung, das Strompreisdumping und die Strompreiszuzahlung dient 20 Jahre lang allein den staatlich finanzierten Profiteuren. Aus elektrischen Gründen können aber in jedem Augenblick maximal 55 Prozent Fakepower eingespeist werden. Damit sind die Kraftwerke, die Strom mit einer stabilen und synchronisierbaren Frequenz von 50 Hertz erzeugen, automatisch unwirtschaftlich. 45 Prozent statt 95 Prozent Betriebszeit sind zu wenig.

    Dümmer geht immer! Keine Stromversorgung ohne Braunkohle und Steinkohle!

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