Thyssen-Krupp will mehr Wasserstoff

Thyssen-Krupp will verstärkt vom boomenden Wasserstoff-Markt profitieren und plant, die Tochterfirma Uhde Chlorine Engineers aus dem übrigen Chemieanlagenbau auszulagern.

Wie der Finanzchef der Sparte „Multi Tracks“, Oliver Tietze, dem Handelsblatt erklärte, will der Ruhrkonzern zudem die Installationskapazitäten für Elektrolyseure von derzeit einem Gigawatt pro Jahr „zeitnah“ auf fünf Gigawatt verfünffachen.

„Derzeitige Schätzungen gehen davon aus, dass das weltweite Marktvolumen für Wasserstoff-Elektrolyse in den kommenden zehn Jahren auf bis zu 40 Milliarden Euro anwachsen wird“, so Tietze. Heute sei Uhde Chlorine Engineers globaler Marktführer bei Chloralkali-Elektrolyse-Anlagen und wolle diese Position auch bei der Wasserelektrolyse einnehmen. „Dabei nehmen wir vor allem Großproduzenten wie Energieversorger oder Konsortien zur Erstellung von Großanlagen zum Export von Wasserstoff in den Fokus, für die sich unsere Technologie am besten eignet“, sagte der Manager.

Schon jetzt hat der Konzern einige Wasserstoff-Großprojekte in der Pipeline, für die er die nötigen Elektrolyse-Anlagen liefern wird. Dazu zählt beispielsweise ein Auftrag des Energieversorgers Hydro-Québec, der im kanadischen Varennes eine 88-Megawatt-Elektrolyseanlage zur Herstellung von Biokraftstoffen errichten will. Auch für das Königreich Saudi-Arabien baut Thyssen-Krupp eine 20-Megawatt-Anlage, die täglich 650 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren soll.

Mit der Nachfrage soll perspektivisch auch die Mannschaft von Uhde Chlorine Engineers wachsen, so Tietze. „Bei der Wasserelektrolyse dagegen handelt es sich um ein hochdynamisches Wachstumsgeschäft“, sagte der Manager. „Deshalb müssen wir zum Beispiel die Marktentwicklung und den Vertrieb deutlich stärken sowie uns strategisch positionieren.“

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