Uniper, Siemens Energy wollen Wasserstoff

Uniper und Siemens Energy planen in Hamburg-Moorburg den Bau einer Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in industrieller Größenordnung.

„Wir müssen beim Thema Wasserstoff endlich den Labormaßstab hinter uns lassen. Mit unserem Projekt stoßen wir in eine neue Dimension vor“, sagte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck dem Handelsblatt.

Die Projektpartner bezeichnen ihr Vorhaben als „Zukunftskraftwerk“. Ziel ist es einerseits, aus überschüssigem Windstrom per Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Andererseits soll mit einem Teil des überschüssigen Stroms Wärme erzeugt und in einem Hochtemperatur-Speicher gespeichert werden. Wärme und Wasserstoff sollen Industriekunden zur Verfügung gestellt werden. Ein Teil des Wasserstoffs soll außerdem in einer Turbine zur Stromproduktion eingesetzt werden können.

„Wir gehen von einem Investitionsvolumen von bis zu 500 Millionen Euro aus. Ohne staatliche Förderung wird es nicht gehen“, sagte Schierenbeck. Darum habe man sich mit einer detaillierten Projektskizze um Mittel aus der von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Aussicht gestellten Förderung für Wasserstoff-Projekte beworben, sagte der Uniper-Chef. Die Initiatoren verzeichnen nach eigenen Angaben reges Interesse an ihrem Projekt. „Wir führen fortgeschrittene Gespräche mit potenziellen Abnehmern für Wärme und für grünen Wasserstoff aus der Industrie“, sagte Schierenbeck.

Bislang sei die Energiewende in Deutschland in erster Linie eine Stromwende gewesen, sagte Alexander Voigt, Vorstandschef der HH2e AG, in der die Projektpartner ihre Aktivitäten bündeln. „Nun kommt es darauf an, auch die anderen Sektoren mitzunehmen. Dazu werden wir mit unserem Projekt einen wichtigen Beitrag leisten. Wir wollen mutig skalieren und damit in die industrielle Nutzung vorstoßen“, sagte der Chef der HH2e AG. „Am Standort Hamburg mit seiner breiten industriellen Basis finden wir dafür die richtigen Partner und Kunden“, ergänzte er.

Voigt ist in der Energiebranche kein Unbekannter. Er hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten mehrere Unternehmen gegründet, so etwa den Solarmodulhersteller Solon, den er an die Börse brachte. Außerdem gründete er die Speicherhersteller Younicos und Lumenion.

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