Wirecard Bank: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen auf Top-Manager aus

Die Staatsanwaltschaft München I hat ihre Ermittlungen gegen den Wirecard-Konzern ausgeweitet.

Nach Informationen des SPIEGEL haben die Strafverfolger zahlreiche Geldwäsche-Verdachtsfälle in einem eigenen Verfahrensstrang gebündelt und ermitteln gegen aktuelle und frühere Manager aus der Top-Etage der Wirecard Bank.
Beamte des Bundeskriminalamts und Staatsanwälte hatten vor gut zwei Wochen erneut die Wirecard-Zentrale in Aschheim durchsucht und es diesmal vor allem auf die Wirecard Bank abgesehen, die im gleichen Gebäude sitzt. Die Staatsanwaltschaft äußert sich zu den Ermittlungen nicht. Unter anderem soll die Bank sogenannte virtuelle IBANs für die Verschleierung krimineller Geldflüsse zur Verfügung gestellt haben. Diese virtuellen Konten sollen beispielsweise von Betrügern zur Geldwäsche genutzt worden sein, die sich Corona-Soforthilfen erschlichen haben. Pikant ist, dass Wirecard im Rahmen eines »Sponsoring« für das Bayerische Wirtschaftsministerium von Mitte April bis Anfang Mai 6000 Corona-
Soforthilfe-Anträge gratis digitalisierte – während die Bank offenbar Betrügern half, diese Soforthilfen zu ergaunern.
Unterdessen dauert der Streit um die Zuständigkeit für die Geldwäscheaufsicht über Wirecard an. Wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen an die Bayerische Staatsregierung hervorgeht, hatte der Wirtschaftsprüfer EY der Bezirksregierung von Niederbayern im Februar dieses Jahres mitgeteilt, dass er die Wirecard AG im Sinne des Geldwäschegesetzes für ein Finanzunternehmen halte, für das die Regierung von Niederbayern zuständig sei. Diese signalisierte erst, sie teile diese Einschätzung, ehe sie nach dem Zusammenbruch des Konzerns jede Zuständigkeit zurückwies, ebenso wie die Bafin. »Die Frage nach der Einstufung der Wirecard AG zeigt die eklatanten Schwachstellen der deutschen Finanz- und Geldwäscheaufsicht«, sagt Grünenpolitiker Danyal Bayaz, Mitglied des Finanzausschusses im Bundestag.

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